Das Passahfest

Im April 2019 findet das Passahfest statt. Manche nennen es auch die „Seder“-Feier.
Im folgenden Artikel finden Sie ein Bericht aus der Zeitschrift „Christsein heute“ zu diesem Fest, und wie wir es in der FeG Hesel gefeiert haben.

Artikel “Christsein Heute”
Passahfest: von Esther und Matthias Aeilts

Seit 2006 gibt es die FeG Hesel und wir halten dort regelmäßig das uns bekannte Abendmahl, welches ein Teil des Passahfestes ist. Nur, wer denkt dabei schon daran? In die Zeit unseres 6monatigen Israelaufenthaltes fiel damals auch das Passahfest. Wir
feierten es im Kibbuz mit unseren Freunden und waren beeindruckt, als wir Elemente unseres Abendmahls wiederfanden. Um diesen Ursprung deutlicher zu machen, entschlossen wir uns 2012 das Passahfest mit der Gemeinde zu feiern. Und so machten wir uns an die Arbeit, den Ablauf des Passahfestes für unsere kleine ostfriesische Gemeinde zu erarbeiten.
Als Grundlage dafür, nahmen wir die Erfahrungen mit unsren messianischen Geschwistern und eine so genannte messianische Haggada (Nacherzählung des Auszugs aus Ägypten). Die messianische Haggada bezieht im Unterschied zur traditionellen Haggada, Jesus Christus mit in die Erzählung ein und wird in den messianischen Gemeinden verwendet. Wir planten die Einzelheiten des Ablaufs, der Musik, verteilten einzelne Textlesungen unter den Angemeldeten und bestellten ein festliches Mahl mit Lamm und Geflügel beim ostfriesischen Partyservice. Am besagten Abend füllte sich der geschmückte Saal und jeder Tisch stellte eine Familie mit Hausvater und Hausmutter dar. Auf jedem Tisch standen Kerzen, ein Schälchen mit Salzwasser und der Sederteller mit den symbolischen Speisen: Ungesäuertes Brot (Matzen), grünes Kraut, bittere Kräuter, Fruchtmus…, die an den Auszug aus Ägypten und auch an die Zerstörung des Tempels erinnern. Für jeden Besucher gab es an seinem Platz den Ablauf des Abends (die Haggada) und ein kleines Weinglas für die 4 Kelche, die im Verlauf des Sederabends getrunken werden und jeweils einen Abschnitt kennzeichnen. Das Fest begann mit dem Anzünden, der beiden Passahkerzen, welches die Aufgabe der Frau des Hauses ist. Dazu spricht sie den Segen. Esther zündete die Kerzen auf der Bühne an und die Hausfrauen der einzelnen Tischgruppen taten das Gleiche. Es folgte die Frage der Kinder nach dem Sinn des Passahfestes. Es wurde eingesetzt von Gott, nachzulesen in 5. Mose 6,20-25, als Erinnerungsfest an die Befreiung des Volkes aus der ägyptischen Sklaverei. Damals schlachtete das Volk das Passahlamm und wurde dadurch gerettet. Heute glauben wir gemäß Joh. 1, 29 dass sich Jesus als Passahlamm für uns ein für alle Mal opferte. Und uns so befreit hat von der Sünde und dem Tod. Während des Festes wurden viele Verse aus dem alten und neuen Testament vorgelesen. Der Ablauf orientierte sich an den 4 Kelchen: Der 1. Kelch ist der Kelch der Heiligung. Der Hausvater schenkt erstmals Wein in den Kelch ein. Damit vollzieht er den Kidusch, die Eröffnung und Heiligung der Sederfeier. Der 2. Kelch ist der Kelch des Gerichtes. Er erinnert an die 10 Plagen beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Dazu schmeckt man, die oben erwähnten symbolischen Speisen. Dem folgt das festliche Mahl. Nach dem Mahl isst man das gebrochene Brot, den Matzen und trinkt den 3. Kelch, den Kelch der Erlösung. Diesen 3. Kelch nahm Jesus damals und setzte hiermit das Abendmahl ein. (Luk.22,19 +20) Im Anschluss nimmt man den 4. Kelch, den Kelch des Lobpreises und singt. Hier singen die Juden die Psalmen 113- 118 und 136, der sogenannte Hallel, den Lobpreis. (s. Matth. 26,30) Die ungläubigen Juden füllen einen extra Kelch für Elia. Dieser wird nicht getrunken, weil sie Elia noch erwarten. Die Sederfeier wird beendet mit dem Wunsch: Ba Shana haba´a ba Jerushalaim = Nächstes Jahr in Jerusalem! Dieser ganze Ablauf dauerte ca. 3 ½ Std. Und selbst den Kindern wurde es nicht langweilig, weil sie im Programm mit eingebunden waren. Wir konnten die Passahgeschichte schmecken, hören und sehen. Für viele war die Herkunft des Abendmahls neu. Elemente, wie z.B. das Ausfegen des Sauerteiges (2. Mo.13, 6-10/ 1.Kor.5); die Fußwaschung (Joh.13, 12-14) Eintauchen in die Schüssel (4.Mo. 9, 11/ Matth. 26, 21-24), Brechen des Brotes (Luk.22, 19), der Lobgesang und die Bedeutung der Kelche verstehen wir jetzt ganz anders. Beeindruckend waren für viele die direkten Hinweise auf Jesus den Messias im Alten Testament. Als Gemeinde entdeckten wir im Passahfest die Verbindung zwischen der Geschichte des Volkes Israels, und dem heutigen Abendmahl mit der zentralen Erlösungstat Jesu. Denn der Messias Jeshua ist jetzt das geopferte Passahlamm. Sein Blut ist an die Türpfosten unserer Herzen gestrichen, wenn wir an ihn glauben und so sind wir aus dem Reich des Todes zum Leben übergegangen und von der Sklaverei der Sünde befreit worden.